Güdny Schneider-Mombaur „Fast forward >> 86 – 16“

14.01.2017 - 05.02.2017

I Retrospektive

Güdny Schneider-Mombaur „Fast forward >> 86 – 16“ I Retrospektive

Kunstmuseum Solingen 14.1.-5.2.2017

Güdny Schneider-Mombaur zeigt einen Rückblick auf mehrere Werkblöcke von 1986 bis 2016 : Reinzeichen, Chinablock, Tibet-Fragmente und Basislager. Das Progressive, sich nach vorne Entwickelnde, steht bei „fast forward“ im Focus.

Reinzeichnen

Das Jahr 1986 markiert den Beginn der Werkgruppe der Reinzeichen. Eine technische Anschaffung, ein Wäschetrockner, war Impulsgeber und verantwortlich für das povere Material. Zunächst zart und transparent eingesetzt, verdichten sich die Spuren der aufgewendeten Zeit im Laufe der Jahre. Flusen, Fasern, Staubgewebe, Abrieb menschlicher Kleidung – gewaschen und getrocknet, von alten Inhalten gereinigt, setzen als Abfallprodukt weiblicher Reinigungsrituale magische Zeichen in die Welt.

Der Prozess der Kompression und Reduktion verdichtet das diffuse Gewirr und

bestätigt Chaos und Ordnung als komplementäre Organisationssysteme.

Chinablock. Der Chinablock ist Teil einer Reihe von skripturalen Arbeiten. Nach dem Studien- und Arbeitsaufenthalt 1994 in China entstanden im direkten Austausch mit asiatischer Kunst und Kultur Arbeiten in typisch asiatischen Materialien und traditionellen Präsentationsformen. Die Bilder nehmen Bezug auf kalligrafische, kunsthistorische, religiöse und philosophische Traditionen im Reich der Mitte.

Tibet – Fragmente

Die Auseinandersetzung mit dem tibetischen Buddhismus entwickelt sich weiter zur Werkgruppe der Tibet - Fragmente. Nach den bereits in den Mantren anklingenden religiösen Bezügen konzentriert sich Inhalt und Formensprache der Tibet – Fragmente aus dem „Reinen Land“ an Kultur und Religion des Buddhismus und versucht eine Annäherung aus westlicher Sicht. Das textile Grundmaterial der blockhaft plastischen Objekte ähnelt den Tüchern von Jurten, Nomadenzelten, wie man sie in der tibetischen und mongolischen Hochebene findet, Wärme isolierend und schützend.

Basislager

Der Motivkreis des Himalaya, die Achttausender und weitere legendäre Berge

bestimmen den Werkblock Basislager. Farbe, Farbspuren, Abdrücke lassen den Berg als vorläufige künstlerische Setzung erscheinen, als Versuch, den Berg zu begreifen, seine Aura bildlich zu fassen. Auch hier spielt die besondere Verwendung des Materials sowie Arbeits- und Trocknungsprozesse auf einer transparentkaschierten Leinwand mit wasserverdünnter Tusche eine bestimmende Rolle. Ordnung, Verdichtung, aber auch Chaos, das Auflösen, Fließen und Trocknen sind die Bezugsgrößen in Güdny Schneider-Mombaurs künstlerischen Werkprozessen.

 

Vita: 1970-77 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, 1976-78 Studium der Kunstwissenschaft. Lehrtätigkeit. 2008 – 2010 Lehraufträge Fachbereich Kunst, Bergische Universität Wuppertal. Ausstellungen in Deutschland ,Niederlande, Belgien, Frankreich, Österreich, USA , China